Weitere Plegetipps für die Intimpflege
Weitere Pflegetipps

Bewährte Tipps zur täglichen Intimpflege

Weitere Plegetipps - zum Beispiel  Hände waschen

Intimrasur – die Problematik:
Warum entstehen dabei Entzündungen, z. B. Pickel?

Bei jeder Form der Schamhaarentfernung bei Mann und Frau (Nassrasur, Trockenrasur, Epilieren, Wachs und Enthaarungscreme) entstehen kleine oberflächliche Hautverletzungen, die sich entweder unbemerkt wieder schließen oder aber auch störende Folgen wie Pickel oder wunde Stellen, z. B. in der Bikinizone, hinterlassen können.
Die Bereiche der Hautfalten sind aufgrund von Wärme- und Feuchtigkeitsstau stärker von Bakterien (und gelegentlich auch Pilzen) besiedelt als freie Hautflächen. Einige davon sind behaart (Intimbereich, Achseln) und unterliegen dem Trend der Intimrasur. Winzige kleine Verletzungen können den Mikroorganismen den Weg in die Haut und damit zu einer Entzündung eröffnen und die oben genannten Hautprobleme verursachen.
Ein weiterer Verursacher von Pickeln sind die durch die Intimrasur angeschärften Haarstoppeln, die in die umgebende Haut eindringen und quasi einwachsen und somit eine Entzündung in Form der typischen Eiterpickel und Pusteln auslösen können (siehe Grafik).


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Ein Haar wächst aus der Tiefe (Bild 1). Beim Rasieren kann es zu einer Anspitzung des Haarstoppels kommen (Bild 2). Beim weiteren Wachstum des Haares kann das angespitzte Ende die kräftige, äußere Hautschicht durchstoßen (Bild 3). Durch die Hautverletzung dringen Bakterien (meist Staphylococcus aureus) in die Tiefe ein, wo sie eine Entzündungsreaktion auslösen (Bild 4).

Tipp: Hautschonende Schamhaarentfernung (Mann und Frau)

Jede Frau und jeder Mann muss selbst durch Ausprobieren die individuelle passende und verträgliche Schamhaarentfernung herausfinden.
Für eine möglichst hautschonende Enthaarung möchten wir Ihnen folgendes Vorgehen empfehlen:

  • Haarbereich mit Deumavan Waschlotion (besitzt Fettanteil) vorreinigen, um die Menge der möglichen Entzündungserreger auf der Haut zu senken.
  • Haare "aufquellen" lassen, dann lassen sie sich bei der Nassrasur leichter schneiden
    (Tipp: rasieren nach dem Baden oder Duschen).
  • Bei der Intimrasur jedes Mal eine frische Klinge verwenden, bzw. stumpfe Klingen sofort austauschen, da stumpfe Klingen die Haut stärker verletzen.
  • Zu rasierende Haut spannen, da die glatte Haut weniger leicht verletzt wird.
  • Bei der Enthaarung der Bikinizone durch Intimrasur nur mit dem Strich rasieren (wenn das Ergebnis nicht glatt genug ist, kann vorsichtig seitwärts rasiert werden).
  • Nach der Rasur die Haut trocknen und dann mit Deumavan Körperlotion oder auch Intimpflegesalbe leicht einfetten und etwas einziehen lassen. Mit dem Fetten nach dem Rasieren werden kleine Hautverletzungen abgedeckt, bis die Haut sich wieder repariert hat, so dass keine Bakterien eindringen können. Die Haaranschnitte bleiben weicher und können sich nicht so leicht in die Haut bohren.
  • Bei Bedarf sparsam nachfetten (Tipp für tagsüber).
  • Bei der Schamhaarentfernung durch Intimrasur beim Mann gilt das gleiche Prinzip, wobei der Mann bei der Rasur des Hodensacks noch mehr darauf achten muss, die zu enthaarenden Hautpartien zu "spannen", um Schnittverletzungen zu vermeiden.

Tipp: Kleidungs-Hygiene (schonend)

Vermeiden Sie zu enge, scheuernde Unterwäsche, vor allem aus Kunstfaser. Benutzen Sie atmungsaktive, bequeme Unterwäsche, die auch bei 60°C gewaschen werden kann.

Tipp: Kosmetikartikel

Vermeiden Sie das lange Tragen von parfümierten, luftundurchlässigen Slipeinlagen (Plastikfolie) und verwenden Sie hochwertiges neutrales Toilettenpapier. Meiden Sie aggressive Intimsprays.

Tipp: Unnötige Intimpflegeprodukte

Die Scheide ist im Gegensatz zum Eingang der Scheide ein sich selbst reinigendes Ökosystem, das im gesunden Zustand ohne eingreifende Reinigungs- oder Pflegemaßnahmen funktioniert.
Laktobazillen (Milchsäurebakterien), die über 80% aller Frauen als Hauptkeim in der Scheide besitzen und deren Wachstum u.a. von der Menge des Hormons Östrogen abhängt, bilden das Stoffwechselprodukt Milchsäure, die ein leicht saures Milieu in der Scheide erzeugt. Dadurch wird das Wachstum von Darmbakterien in der Scheide erschwert oder ganz verhindert.
Für den "äußeren Genitalbereich" (kleine und große Schamlippen) spielen Laktobazillen keine Rolle. Hier herrschen andere Bedingungen. Milchsäureprodukte sind daher für die Pflege des Eingangs der Scheide überflüssig, es reicht ein mildes Waschmittel.
Der Begriff des Säureschutzmantels wird für den "äußeren Genitalbereich" überbewertet, da hier andere funktionelle und mikrobielle Verhältnisse vorliegen als bei der übrigen Körperhaut. Da Deumavan kein Wasser enthält und somit keinen pH-Wert erzeugt, verhält es sich neutral und verändert nicht die vorliegenden Hautwerte.

Tipp: Hilfe bei Tamponeinführung

Zu Beginn der Tamponbenutzung oder bei engen Verhältnissen kann das Einfetten der Spitze des Tampons vor der Einführung in die Scheide sehr hilfreich sein.
Ist der Eingang der Scheide sehr trocken, fällt die Einführung von Tampons besonders schwer. Tragen Sie vor dem Einführen eine kleine Menge Deumavan-Salbe auf die Tamponspitze auf. Durch das Fett wird die Saugfähigkeit des Tampons nicht beeinträchtigen.
Anale und vaginale Zäpfchen, die übrigens aus Hartfetten bestehen, lassen sich ebenfalls leichter einführen, wenn man vorher eine kleine Menge Deumavan-Salbe auf die Zäpfchenspitze aufträgt.
Hier ein weiterer Tipp: auch zur Einführung von Zäpfchen bei kranken Kindern ist die Deumavan-Salbe besonders hilfreich (Darmausgang mit einfetten).

Tipp: Deumavan als Gleitmittel

Bei Gebrauch von latexhaltigen Kondomen sollte die Deumavan Salbe nicht als Gleitmittel verwendet werden, da Kondome aus Latex meist anfällig gegenüber Fetten und Ölen sind. Es empfehlen sich Produkte (Kondome) aus Polyurethan oder AT-10 (auf Kunstharzbasis).


    Wenn alle Tipps nichts helfen - woran liegt's?

    • An einer Infektion: Deumavan ist eine Pflegesalbe und kann keine Infektionen heilen, da sie keine medikamentöse Eigenschaft besitzt. Sie kann aber den Heilungsprozess begleitend unterstützen sowie zur Vorbeugung eingesetzt werden.
    • An einer unerkannten und daher unbehandelten Pilzinfektion des Eingangs der Scheide. Pilze kann der Frauenarzt mittels Abstrich feststellen.
    • An einer Infektion durch Staphylococcus aureus (Eiter).
    • An einer Dermatose, z. B. Psoriasis, Lichen sclerosus oder Lichen planus.
    • An einer irritativen Dermatitis (einer Art Sensibilisierung/Allergie).
    • Deumavan wurde nicht konsequent und häufig genug oder über einen zu kurzen Zeitraum angewendet, oder nicht vor der mechanischen Belastung der Haut. Vor allem zu Beginn der Anwendung sollte die Salbe mehrmals täglich auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden.
    • Bei beschädigter Haut muss die Anwendung über einen längeren Zeitraum erfolgen (Wochen/Monate), bis sich der Hautzustand normalisiert.
    • Das Problem der Empfindlichkeit (Brennen, Berührungsschmerz) hat sich bereits auf eine andere Ebene (Psyche) verlagert. Neben der langfristigen begleitenden Pflege muss das Problem auch von anderer Seite angegangen werden.
    • An einer Reinfektion, z. B. Pilzinfektion, durch den Partner.
    • Auch das Auftragen von Deumavan oder medizinischen Salben auf eine entzündete Haut kann die brennenden Beschwerden anfangs verstärken. Dies hat nicht mit Unverträglichkeit zu tun, sondern ist nur die Reaktion der entzündeten Haut auf einen mechanischen Reiz. Schon nach wenigen Tagen wird es besser, was im Falle einer Unverträglichkeit nicht eintreten würde.


    HINWEIS: Deumavan® ist kein Arzneimittel und ersetzt nicht notwendige therapeutische Maßnahmen, kann sie aber begleiten und unterstützen.


    "Eingang der Scheide" vs. "Scheide" - Was ist der Unterschied?
    Oft wird im allgemeinen Sprachgebrauch von "Scheide" (Vagina) gesprochen, aber eigentlich ist der "Eingang der Scheide" (Vulva) gemeint. Dieser sensible Bereich besteht aus den großen und den kleinen Schamlippen, dem Scheidenvorhof, der Harnröhrenöffnung und der Klitoris mit Präputium.
    Die innere "Scheide" (Vagina) ist der Schlauch, der an den inneren Schamlippen beginnt und bis zur Gebärmutteröffnung reicht.
    Dieses Missverständnis führt häufig zu falschen Behandlungen. Nicht die "innere Scheide" ist in der Regel der Ort des Problems, den es zu reinigen und zu pflegen gilt, sondern der äußere Genitalbereich mit dem "Eingang der Scheide".

    Ausführliche Erklärung siehe Seite "Die Haut im Intimbereich".Zu Beginn der Tamponbenutzung oder bei engen Verhältnissen kann das Einfetten der Spitze des Tampons vor der Einführung in die Scheide sehr hilfreich sein.